Fräswissen

Was ist G-Code? CNC-Grundlagen für Einsteiger

Kurz beantwortet: G-Code ist die Maschinensprache von CNC-Fräsen, Lasern und 3D-Druckern. Jede Zeile ist ein Befehl: Fahre zur Position X/Y/Z, mit Vorschub F, Spindel an mit Drehzahl S. Die Steuerung arbeitet die Datei Zeile für Zeile ab — mehr Magie steckt nicht dahinter.

Von Hand geschrieben wird G-Code heute selten. Ein CAM-Programm oder ein Generator wie step2gcode erzeugt ihn aus der CAD-Geometrie. Lesen können lohnt sich trotzdem: Wer die wichtigsten Befehle kennt, erkennt Fehler, bevor die Maschine sie ausführt.

So liest du deine erste G-Code-Datei

  1. Datei im Texteditor öffnen — G-Code ist reiner Text, meist mit der Endung .nc, .gcode oder .tap.
  2. Den Kopf ansehen: Dort stehen Einheiten (G21 = Millimeter), Absolutmaß (G90) und der Spindelstart (M3 mit Drehzahl S).
  3. Eilgänge finden: G0 fährt mit Maximalgeschwindigkeit ohne Materialkontakt, typischerweise auf sicherer Höhe.
  4. Arbeitsgänge verfolgen: G1 fräst geradlinig mit Vorschub F, G2 und G3 fahren Kreisbögen.
  5. Das Ende prüfen: M5 stoppt die Spindel, danach fährt die Maschine frei und das Programm endet (M2 oder M30).

Die wichtigsten Befehle im Überblick

Mit diesen acht Befehlen lassen sich die meisten G-Code-Dateien bereits verstehen:

BefehlBedeutung
G0Eilgang: schnelle Positionierfahrt ohne Materialkontakt
G1Arbeitsgang: geradlinige Fräsbewegung mit Vorschub
G2 / G3Kreisbogen im / gegen den Uhrzeigersinn
G21Einheiten in Millimetern (G20 wäre Zoll)
G90Absolutmaß: Koordinaten beziehen sich auf den Nullpunkt
M3 / M5Spindel ein (mit Drehzahl S) / Spindel aus
FVorschub in mm/min
SSpindeldrehzahl in U/min

Warum es Dialekte gibt

Die Grundbefehle verstehen fast alle Steuerungen gleich. Unterschiede stecken in den Details: Programmstart und -ende, Werkzeugwechsel, Kommentar-Syntax und Sonderfunktionen. GRBL, Mach3 und LinuxCNC erwarten deshalb leicht unterschiedliche Dateien — im Generator wählst du dafür einfach den passenden Postprozessor.

Muss ich G-Code schreiben können?

Nein. Für die Erzeugung gibt es CAM-Programme und Generatoren; von Hand geschrieben werden höchstens kleine Sonderprogramme wie Einfahr- oder Abwärmzyklen. Lesen und grob prüfen zu können ist dagegen Gold wert: Ein Blick auf Kopfzeilen, Tiefen (Z-Werte) und Vorschübe (F-Werte) verrät, ob das Programm zum Werkstück passt.

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