Fräswissen
STEP-Datei in G-Code umwandeln: Schritt für Schritt
Kurz beantwortet: Eine STEP-Datei wird nicht einfach „konvertiert" wie ein Bildformat — zwischen 3D-Modell und Maschine steht die Werkzeugweg-Berechnung (CAM). step2gcode übernimmt diesen Schritt automatisch: STEP hochladen, Werkzeug und Material wählen, und die Taschen, Bohrungen und Konturen werden samt ihrer Tiefen direkt aus dem Modell erkannt. Nach wenigen Minuten steht der fertige G-Code für GRBL, Mach3 oder LinuxCNC bereit.
In Foren liest man oft, STEP zu G-Code sei „keine einfache Konvertierung" — und das stimmt für den klassischen CAM-Weg mit Operationen, Werkzeugbibliotheken und Postprozessor-Setup. Für 2.5D-Teile wie Platten, Halter und Frontplatten lässt sich genau dieser Aufwand aber automatisieren. So geht es konkret.
STEP-Datei jetzt umwandeln: zum CNC-Fräs-Werkzeug →
STEP zu G-Code in fünf Schritten
- STEP exportieren: In Fusion 360, FreeCAD, Onshape oder SolidWorks das Bauteil als STEP/STP speichern — bei Baugruppen nur das eine Teil exportieren, das gefräst werden soll.
- Datei auf step2gcode hochladen: Taschen, Bohrungen, Innen- und Außenkonturen werden automatisch aus der Geometrie erkannt, inklusive ihrer Tiefen.
- Werkzeug und Material wählen: Fräserdurchmesser angeben und ein Material-Preset (Holz bis Aluminium) übernehmen — Vorschub, Drehzahl und Zustellung sind damit sinnvoll vorbelegt.
- Nullpunkt und Operationen prüfen: XY-Ecke oder Mitte, Z auf Werkstück-Oberfläche oder Spoilboard; Haltestege für die Außenkontur sind je Material voreingestellt.
- Vorschau kontrollieren und G-Code herunterladen: Die 3D-Vorschau zeigt den kompletten Werkzeugweg, danach den Postprozessor (GRBL, Mach3, LinuxCNC) wählen und die Datei laden.
Warum STEP das beste Format für Frästeile ist
STEP transportiert echte 3D-Körper: Jede Tasche und jede Bohrung bringt ihre Tiefe mit. Deshalb entfällt die manuelle Tiefenangabe, die bei DXF und SVG nötig ist, und Flüchtigkeitsfehler wie eine falsch gesetzte Taschentiefe können gar nicht erst entstehen.
Dazu kommt die Maßhaltigkeit: STEP ist ein exaktes CAD-Austauschformat ohne Facettierung. Anders als bei STL-Meshes gibt es keine Abweichung durch Dreiecksnäherung — die Kontur im G-Code entspricht der Kontur im CAD.
Häufige Stolpersteine und ihre Lösung
Baugruppe statt Einzelteil: Exportiere nur das Teil, das auf die Maschine soll. Mehrere Körper in einer Datei funktionieren, wenn sie gemeinsam gefertigt werden sollen — für ein einzelnes Teil ist der Einzel-Export sauberer.
Echte 3D-Freiformflächen: step2gcode ist bewusst auf 2.5D ausgelegt (ebene Taschen, Bohrungen, Konturen, Fasen). Geschwungene Reliefs und organische Flächen brauchen ein vollwertiges 3D-CAM — solche Modelle werden beim Import mit klarer Meldung abgelehnt statt falschen Code zu erzeugen.
Einheiten: STEP speichert die Einheit mit, der Import rechnet auf Millimeter um. Prüfe im Zweifel die Modellgröße in der Vorschau, bevor der G-Code auf die Maschine geht.
Und ohne STEP-Datei?
Liegt nur eine 2D-Zeichnung vor, funktioniert der gleiche Ablauf mit DXF oder SVG — dann wird die Frästiefe beim Erzeugen angegeben. Welches Format wann die beste Wahl ist, erklärt der Artikel „STEP, DXF oder SVG" hier im Fräswissen.