Fräswissen

Werkstück-Nullpunkt: wo XY und Z wirklich hingehören

Der Nullpunkt ist die Verabredung zwischen deinem G-Code und deiner Maschine: „Von diesem Punkt aus zählen alle Koordinaten." Wenn die Verabredung im CAM-Programm und beim Antasten an der Maschine nicht exakt dieselbe ist, fräst die Maschine präzise am falschen Ort.

So geht es in step2gcode

  1. Im Bereich „Nullpunkt" die XY-Position wählen: eine der vier Ecken des Rohteils oder die Mitte.
  2. Die Z-Referenz wählen: „Werkstück-Oberfläche" (oben) oder „Spoilboard" (Unterseite des Materials, also die Opferplatte).
  3. An der Maschine exakt denselben Punkt antasten, den du in step2gcode gewählt hast.
  4. In der 3D-Vorschau gegenprüfen: Der Koordinatenursprung muss an der erwarteten Ecke bzw. in der Mitte liegen.

XY: Ecke oder Mitte?

Kurz beantwortet: Für Plattenmaterial die Werkstückecke (einfach und wiederholbar anzutasten), für symmetrische Teile und Rundmaterial die Mitte. Die Ecke ist der Standard für Plattenmaterial: Sie lässt sich an der Maschine schnell und wiederholbar antasten, notfalls mit Anschlagwinkel. Wähle die Ecke, die du an deiner Maschine am bequemsten erreichst.

Die Mitte spielt ihre Stärke bei symmetrischen Teilen aus: Wenn das Rohteil etwas größer oder kleiner ausfällt als geplant, bleibt das Teil trotzdem zentriert. Auch bei Rundmaterial oder bereits zugeschnittenen Rohlingen ist die Mitte oft praktischer.

Z: Oberfläche oder Spoilboard?

Kurz beantwortet: Z auf die Werkstück-Oberfläche, wenn Tiefen vom Material aus zählen (Taschen, Gravuren); Z auf das Spoilboard, wenn durchgehend gefräst wird. Z auf der Werkstück-Oberfläche ist am einfachsten anzutasten und die richtige Wahl, wenn Taschen und Gravuren exakt tief werden sollen: Alle Tiefenmaße beziehen sich auf die Fläche, die du tatsächlich angetastet hast, Dickenschwankungen des Materials spielen für die Tiefe von oben keine Rolle.

Z auf dem Spoilboard ist die richtige Wahl beim Durchfräsen: Der Fräser endet exakt auf der Opferplatte, unabhängig davon, ob die Platte 11,8 oder 12,3 mm dick ist. Durchbrüche werden sauber durchtrennt, ohne tief in die Opferplatte zu schneiden.

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